Wer ein sehr günstiges, manuelles Objektiv für Fujifilm sucht und dabei trotzdem Wert auf hohe Schärfe, gute Haptik und Freude am bewussten Fotografieren legt, sollte sich das Zonlai 22 mm f/1.8 genauer anschauen.
Design, Größe und erster Eindruck
Getestet habe ich das Objektiv an der Fujifilm X-E5 in Silber, und optisch passt das Zonlai einfach hervorragend zu dieser kleinen, wunderschönen Kamera. Die Kombination wirkt stimmig, klassisch und sehr kompakt. Genau so, wie man sich ein leichtes Immer-dabei-Setup vorstellt.
Das Objektiv ist klein, leicht, nicht kopflastig und sehr ausgewogen. Haptisch fühlt es sich hochwertig und gut verarbeitet an: Metallgehäuse, griffige Oberfläche, nichts klappert oder wirkt billig. Gerade für den Preis ist das wirklich bemerkenswert.
Bedienung: Blendenring & Fokusring
Das Zonlai ist ein rein manuelles Objektiv – und genau das macht für mich einen großen Teil des Reizes aus. Der Fokusring läuft butterweich, gleichmäßig und mit einer sehr angenehmen Feste. Man kann präzise fokussieren, ohne dass sich etwas schwammig anfühlt. Besonders bei Landschaften oder bewussten Einzelaufnahmen macht das richtig Spaß.
Sehr positiv finde ich den klickbaren Blendenring. Die Klicks sind gut spürbar und erlauben ein schnelles, blindes Verstellen der Blende.
Allerdings gibt es hier einen kleinen Kritikpunkt:
Bei Blende f/1.8 klickt der Ring zwar sauber ein, man kann ihn aber noch ein kleines Stück weiter nach links drehen, obwohl keine kleinere
Blende mehr möglich ist. Dieser fehlende mechanische Anschlag fühlt sich nicht ganz so hochwertig an, wie man es sich wünschen würde – auch wenn es die Funktion nicht beeinträchtigt.
Schärfe und Bildqualität
Die größte Überraschung für mich ist ganz klar die Schärfe. Für ein so günstiges, manuelles Objektiv liefert das Zonlai eine extrem überzeugende Abbildungsleistung.
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Landschaftsaufnahmen bei Blende 8 sind wunderbar scharf, mit vielen feinen Details
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Nahaufnahmen ab Blende 2 sind bereits richtig knackig
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Blende f/1.8 ist absolut brauchbar und liefert solide Ergebnisse
Gerade bei Landschaften gehört das Zonlai für mich zu den schärfsten manuellen Objektiven, die ich in dieser Preisklasse an Fujifilm getestet habe.
Sehr schön ist auch die Naheinstellgrenze von ca. 15 cm, die wirklich beeindruckend kurz ist. Dadurch sind kreative Detail- und Naturaufnahmen problemlos möglich und machen das Objektiv vielseitiger, als man zunächst erwarten würde.
Bokeh & Gegenlicht
Das Bokeh gefällt mir richtig gut. Bei offenen Blenden wirkt es ruhig und angenehm, ohne nervöse Strukturen. Gerade bei Nahaufnahmen oder Motiven mit etwas Abstand zum Hintergrund entsteht eine schöne Freistellung.
Auch das Gegenlichtverhalten hat mich positiv überrascht. Kontraste bleiben stabil, Flares halten sich in Grenzen und wirken, wenn sie auftreten, eher angenehm als störend.
Praxiseinsatz: genau dafür habe ich es gekauft
Ich habe mit dem Zonlai Testbilder bei Sonnenaufgang direkt hinter meinem Garten gemacht. Es war noch kühl, ruhig, früh am Morgen. Danach war ich eine kleine Runde laufen und hatte die Kamera wie so oft mit dabei. Und genau dafür habe ich mir dieses Objektiv geholt:
Ein kleines, leichtes Objektiv, das man spontan mitnimmt, das sich gut anfühlt, das entschleunigt und dazu einlädt, sich Zeit zu nehmen, manuell zu fokussieren und bewusst zu fotografieren. Für Natur, Landschaft und ruhige Morgenstimmungen ist es für mich nahezu perfekt.
Vergleich zu Brightin Star
Ich habe bereits mehrere Brightin-Star-Objektive getestet, unter anderem das 35 mm f/0.95 und
das 50 mm. Diese sind ebenfalls spannend und extrem hochwertig verarbeitet für den Preis, allerdings auch deutlich schwerer. Was mich dort gestört hat:
Bei beiden Objektiven war es so, dass die Unendlich-Markierung nicht wirklich Unendlich war. Man musste minimal zurückdrehen, um ein scharfes
Bild zu bekommen.
Beim Zonlai ist das deutlich besser gelöst. Wenn man auf Unendlich stellt, ist das Bild auch wirklich scharf. Gerade für Landschaftsfotografie ist das ein großer Pluspunkt.
Kritikpunkte
Neben dem leicht unsauberen Anschlag am Blendenring gibt es noch einen weiteren Punkt, der mich stört: der Objektivdeckel.
Dieser wird nur aufgesteckt und hält – zumindest bei meinem Exemplar – nicht besonders fest.
In der Tasche oder beim Herausnehmen der Kamera löst er sich recht leicht. Das fühlt sich nicht besonders sicher an. Hier sind die neueren Objektive von
Brightin Star klar besser, deren Objektivdeckel deutlich fester und hochwertiger sitzen. Kein riesiges Problem, aber ein Detail, das den ansonsten sehr guten haptischen Eindruck etwas
schmälert.
Fazit
Das Zonlai 22 mm f/1.8 ist für mich eines der schärfsten, günstigsten manuellen Objektive für
Fujifilm, die ich bisher getestet habe.
Es ist klein, leicht, hochwertig verarbeitet, liefert starke Schärfe, schönes Bokeh und macht einfach Spaß im täglichen Einsatz.
Wer bewusst manuell fotografieren möchte, gerne draußen unterwegs ist und ein kompaktes Objektiv für Landschaft, Natur und Alltag sucht, bekommt hier extrem viel Objektiv fürs Geld. Für mich ein echter Geheimtipp im Fuji-X-System.

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